ariane's welt

Vor einem Jahr zog ich von Europa in die Vereinigten Staaten. Anstatt London-Berlin, heisst es jetzt Los Angeles-New York. Von den Grandes Dames europaeischer Kultur in zwei der aufregendsten Metropolen Amerikas, die zwar unter gleicher Flagge stehen, aber unterschiedlicher nicht sein koennten. Ueber all die kleinen Nichtigkeiten und Wichtigkeiten, liebenswerten Kuriositaeten und Monstroesitaeten aus meinem Alltag in den USA berichte ich hier.

Samstag, April 17, 2010

c Sylvie Blum

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Donnerstag, Oktober 13, 2005

DAS GESETZ

Das Letzte, was man in der Fremde moechte, ist mit dem Gesetz in Konflikt zu geraten.
Es gibt drei Moeglichkeiten, dies zu vermeiden:

1. Man freundet sich mit den oertlichen Gesetzeshuetern an.



Wer sich wundert, wo die Cops sind: dreimal darf man raten, wer das Foto gemacht hat...

By the way, es ist keine gute Idee, den Polizisten hier mit freundlichem Laecheln einen Doughnut anzubieten. Dies wird in der Regel sage und schreibe als Beamtenbeleidigung aufgefasst und kann bei besonders schlechtgelaunten Exemplaren 24 Stunden Arrest nach sich ziehen. Allerdings sehr zum empfehlen, wenn man die horrenden Kosten des Beverly Hills Hotels sparen will: die Beverly Hills Polizei Station gehoert zu den luxurioesesten, die man sich vorstellen kann.


2. Man hoert auf den Ratschlag, den man schon aus Kindertagen kennt: "Halte dich von boesen
Buben und Maedels fern."

Das ist in Hollywood leichter gesagt, als getan. Bei uns zu Hause lernen wir: wer einmal verhaftet wird, ist boese und schlimm und gemein, sozusagen Abschaum, mit dem man sich oeffentlich besser nicht blicken laesst, koennte dieser Umgang doch auf die eigene Person abfaerben, oder schlimmer noch die Angst: was wuerden die Leute sagen?!!

Man erahnt mein Dilemma, als ich nach intensivster sozialer Recherche auf folgendes gestossen bin (und dies ist nur ein winziger Auszug von ehemaligen Hollywoodinsassen, ein blosses Fragment dessen, was man an Leichen im riesigen Keller Washingtons findet...)

MICKEY ROURKE..















FRANK SINATRA




ANNA NICOLE SMITH




















ROBERT DOWNEY JUNIOR



AL PACINO






















NOELL BUSH





HUGH GRANT
.................
















BILL GATES

....................................................

LARRY KING









3.Man studiert die Gesetze.

Meine Studien ergaben folgendes:

In Chico, Kalifornien, beispielsweise, wird man mit 500 Dollar Bussgeld bestraft, wenn man innerhalb der Stadtgrenzen eine atomare Explosion verursacht.........................................................

- DAS ist mit Sicherheit der Grund, der Al Qaida und aehnlich uebelmeinende Individuen von dieser Art Vorhaben bisher abgehalten hat...

Ein Gesetz in New Mexico besagt, dass Idioten nicht waehlen duerfen. ...............

-Eventuell sollte man dieses Gesetz auf saemtliche amerikanische Staaten ausweiten

Es ist verboten in seines Nachbarn Mund zu urinieren ..............

-Dieses Gesetz stammt aus dem schoenen Ort Champaign, Illinois

Sex mit einem Igel ist illegal in Florida waehrend in Louisiana lediglich der Sex mit Kuehen verboten ist. Ein Glueck, dass man im Notfall ungestraft auf Schafe, Huehner und anderes Getier zurueckgreifen kann...

Folgendes Gesetz stammt aus England:

Zum halten eines Verrueckten benoetigt man eine Lizenz. ....................

-Geruechten zufolge hat sich Downing Street mehrfach an das Weisse Haus gewandt, mit dem Vorschlag, dieses Gesetz auch in die Vereinigten Staaten zu integrieren. Das Weisse Haus hat noch nicht geantwortet...


Mein Fazit: es ist gut, die Regeln zu kennen, es ist besser, zu wissen, wann man sie brechen kann und muss.

Montag, Oktober 10, 2005

SCHEIN UND SEIN

"stets findet ueberraschung statt, da wo man's nicht erwartet hat."
-Wilhelm Busch

Nicht alles im Leben ist schwarz und weiss. Im Grunde genommen gibt es viel mehr Grauzonen, als unser medialer Alltag uns glauben macht. Hier in Hollywood hatte ich die Gelegenheit, ein wenig hinter die Kulissen des wohlgeschmierten PR Getriebes zu schauen.
Wir alle kennen aus unserem Leben Situationen, in denen sich ein Mensch als das Komplette Gegenteil dessen Entpuppt, was wir von ihm zu kennen glauben. Manchmal sind das positive Ueberraschungen, manchmal broeckelt die sorgfaeltig nach Aussen getragene Fassade ganz schoen.
Nirgendwo habe ich dies extremer erlebt, als hier in LALAland, Hollywood, der Ort mit der Hoechsten Dichte an Stars und insofern auch der hoechsten Dichte an PR Beratern, deren monstroese Gehaltschecks nur von denen der VIPs selber uebertroffen werden und die den lieben langen Tag nichts anderes machen, als darauf aufzupassen, dass die Image Luftballons ihrer Stars nicht platzen.
Nehmen wir den Fall des Curtis Jackson.
Curtis ist nach aussen hin ein ganz harter Bursche, hat angeblich sogar Ueberreste verschiedenster Strassenschlachten im Koerper, ein Kugelfragment im Gaumen (was den kulinarischen Genuss wohl erheblich beeintraechtigen duerfte, ganz zu schweigen vom Kuessen...) und in diversen anderen Koerperteilen.
Curtis ist von Berufs wegen Gangsta, hat beruflich Gangsta gelernt, mit Abschluss in Queens, New York, da, wo die meisten ostkuesten Gangstas ihr Diplom machen. Leistungskurse: wahlweise Crack verkaufen, Banken ausrauben und in andere Gangsta (aus absolutem Versehen auch mal nicht-Gangsta, die im Weg rumstehen) mit Kugeln Lochmuster schiessen.


Curtis kann aber auch schoen singen, bzw rappen, insofern hat er sich beruflich fortgebildet und darf sich als Gangsta Rapper bezeichnen. Seine Platten haben sich millionenfach verkauft, viele Kinder hoeren seine Songs gerne vorm einschlafen, ich auch.
Ich dachte mir, na ja, so eine Kugel im Allerwertesten, die koennte mich auch uebellaunig machen und war gespannt darauf, eines schoenen Abends den King of Gangsta Rap persoenlich kennenzulernen.
Wie schockiert (schockiert!) war ich da, festzustellen, dass Curtis, alias 50 Cent, ein charmanter Strahlemann ist, von einem Ohr zum anderen laechelt, waehrend wir uns unterhalten und ueberhaupt so knuffig wirkt. Gangsta? Den wuerde ich doch sofort neben meinen ausgedienten, fadenscheinigen Teddybaer aufs Kopfkissen stellen. Der hat mindestens eben so viele Narben.
Einer seiner riesigen Bodyguards versuchte mich zu belehren: "Nein, das ist kein Gruebchen in 50s Wange, das ist eine Schussnarbe." Ja, ja ist ja gut. Ich habe es verstanden, 50 ist boese, boese, boese. Ich konnte jedoch nicht mal beim genauesten Hinsehen und beim anschliessenden Testgriff (DAS laesst frau sich doch nicht entgehen!) eine Kugelsichere Weste auf dem muskelgestaehlten Astraloberkoerper entdecken. Wahrscheinlich hatte 50 aber auch gar nicht im Sinn, sich vor den scharfen Geschossen, die um ihn herschwirrten zu schuetzen. Er ist wohin er auch geht, der Hahn im Korb, das Leben ist ein Candystore...
Amuesanterweise verwandelte sich der nette Curtis sofort in "FITTY", sobald eine Kamera auf ihn gerichtet wurde und blitzte. Aehnlich wie bei den Werwoelfen und dem Mond...man sollte diesem Phaenomen vielleicht mal wissenschaftlich nachgehen...

50Cent Posted by Picasa

Eine Paris Hilton haelt von Angesicht zu Angesicht auch nicht wirklich, was ihr Image verspricht.
Ich hatte die Gelegenheit sie hier in LA mehrfach live zu erleben und muss sagen sie war jedes Mal aeusserst charmant und hoeflich. Was war ich enttaeuscht.
Im Grunde genommen aber mehr von mir selber, habe ich mich doch wieder dabei ertappt, alles fuer bare Muenze zu nehmen, was ich aus dem Fernsehen ueber sie zu wissen glaubte. Nix zickig, null divenhaft sondern aeusserst reizend zu allen und insbesondere zu den anwesenden Damen am Tisch, die sie mit einem " You're all so pretty." bedachte. Anschliessend entschwebte sie mit ihrer Schwester an einen der hinteren, weniger einsehbaren Tische des Restaurants Koi.

Nicht, dass man mich falsch versteht, ich bin mir sicher, sowohl Curtis, pardon, 50, als auch Paris haben ihre bad boy und bad girl Momente, vor allem dort, wo sie oeffentlichkeitswirksam einzusetzen sind. Allerdings machen diese Aspekte nur Teil einer Persoenlichkeit aus und nie den ganzen Menschen.